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Nanne Meyer

Di 26 Okt  2021 – 17:30 Uhr
Zoom (Link siehe weitere Info)
Erster von drei Vorträgen begleitend zum Kurs »Experimentelles Gestalten« innerhalb des zweiten Kooperationsprojektes vonProf. Isabel Jägle und ihren Studierenden mit der Hochschule Augsburg, Prof. Carolin Jörg.

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Meeting-ID: 987 6632 5080
Kenncode: 581042

Nanne Meyer studierte in den 1970er Jahren an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und konzentrierte sich bereits während ihres Studiums auf das Medium Zeichnung.

Die Frage nach ihrem Verhältnis zur Welt und damit auch nach der Wahrnehmung und der Sprache durchzieht Nanne Meyers künstlerische Arbeit. Neben dem Erproben der vielfältigen Beziehungen von Wort- und Bildsprache richtet sich ihr Blick vor allem auf bewegliche Prozesse, assoziative Verknüpfungen, auf Wiederholung, Transformation, Verschwinden und Werden, sowie auf die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Ereignisse, Energien und Geschwindigkeiten. Das (modellhafte) Erkunden von Zeit und Raum beim Zeichnen führte sie zur Kartografie und zur Beschäftigung mit den physikalischen Bedingungen des Universums.  

Begleitend zu ihren zeichnerischen Projekten zeichnet Nanne Meyer seit 35 Jahren in sogenannte Blindbände, wie sie in Verlagen als Prototypen hergestellt werden. Diese Bücher sind so etwas wie Gefäße für unsystematische Betrachtungsweisen in denen alles einen Ort findet, was Nanne Meyer am Wegesrand zwischen Sehen und Denken beschäftigt, ausprobiert, zu Tage fördert und nicht vergessen will. Auf diese Weise ist in bisher 34 Büchern mit mehr als 10.000 Seiten eine Art künstlerisches Archiv entstanden. Mit ihrer teilweise sehr flüchtigen oder reduzierten Anmutung sind die Zeichnungen in diesen Büchern jedoch keine Skizzen, sondern in ihrer Offenheit abgeschlossen.

Zur Vita: Nanne Meyer erhielt mehrere Stipendien, u.a. 1982/83 ein DAAD-Stipendium nach London, wo sie bis 1986 lebte. 1986/87 verbrachte sie als Stipendiatin der Villa Massimo in Rom, 1989 erhielt sie das Zeichenstipendium Nürnberg, 2013 den Künstlerinnenpreis NRW für Zeichnung und 2014 den Hannah Höch Preis für bildende Kunst des Landes Berlin. Von 1994 – 2016 war sie Professorin an der weißensee kunsthochschule berlin.